Gesunder Babyschlaf

Warum kann mein Baby nicht einfach schlafen?

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In meinem Schwangerschaftsratgeber stand: „Babys in den ersten Wochen schlafen 14-17 Stunden am Tag“. Überall in der Babywerbung sehe ich Fotos von friedlich schlummernden Babys und ich freue mich auf die herrliche Zeit und all die Muße. Dann, vier Monate nach der Geburt, sieht alles ganz anders aus: Vermutlich schläft auch mein Baby irgendwie 14 Stunden pro Tag, aber leider nicht am Stück und garantiert nicht nachts! Am liebsten schläft mein Baby sowieso nur auf meinem Arm, im Tragesystem oder Kinderwagen (und wehe man bleibt stehen!), und an Ablegen ist nicht zu denken! Nachts wacht es alle 2-3 Stunden auf, meine besorgte Mutter fragt: „Schläft es denn immer noch nicht durch?“ Und ich frage mich: „Was mache ich nur falsch?“ Und nicht nur das: Darf ich mein Baby zum Einschlafen stillen? Warum kann es nicht alleine einschlafen? Verwöhne ich mein Baby? Und überhaupt – ich kann nicht mehr! Sicher werden sich hier viele Eltern wiedererkennen. Leider ranken sich um das Thema Babyschlaf immer noch viele Mythen und falsche und unrealistische Erwartungen. Daher ist es gut, sich hier Fachwissen über die kindlichen Schlaf- und Wach-Phasen, die Entwicklungsschübe und die Gehirnentwicklung anzueignen, um die Situation zu verstehen.

Kleine Babys brauchen oft schon nach 1-2 Stunden wieder ein kleines Verarbeitungsschläfchen, um all die spannenden Eindrücke zu verarbeiten. Sie geben uns hier deutliche Signale, die wir als Eltern wahrnehmen müssen. Das kann z.B. ein Gähnen, Abwenden oder Starren sein. So ist die Voraussetzung für einen guten Nachtschlaf ausreichender Tagschlaf.

Auch nachts finden viele Prozesse im schnell wachsenden Gehirn der Kinder statt, für die stets neue Energie benötigt wird. Hier kann das Stillen eine Brücke zur Entspannung und Beruhigung des Babys sein. Nicht zuletzt wissen Babys instinktiv: Schlaf ist ein gefährlicher Zustand, in dem man theoretisch von Raubtieren gefressen werden oder erfrieren kann. Das Überleben garantiert nur ein Zustand der Sicherheit und Geborgenheit. Und hier sorgen die Babys für sich, lautstark!

„DAS“ Rezept, das für alle Babys funktioniert, gibt es nicht. Aber es hilft zu verstehen, warum es ganz normal ist, dass Babys erstmal unsere Begleitung brauchen und wie wir ihnen helfen können, mutig zu sein und „einfach zu schlafen“! Und auch wir Eltern dürfen mutig darin sein, unserem Bauchgefühl zu vertrauen, wenn wir unseren Babys das geben, was sie brauchen. Ganz ohne Angst, sie zu sehr zu verwöhnen!

 

Tara Rödel,

seit vielen Jahren Krankenschwester

in der Notaufnahme eines Krankenhauses,

zertifizierte Erste Hilfe-Ausbilderin,

Heilpraktikerin und Kursleiterin

verschiedener Eltern-Kind-Kurse.

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