Geburtscoaching - für eine Geburt im Flow

Abb: © iStock/Ivan-Balvan

Jede Frau kommt mit eigenen Erfahrungen und Geschichten zur Geburt, oft von Ängsten begleitet. Wie seit Urzeiten versetzen Ängste den Körper in den Kampf- oder Fluchtmodus. Dadurch befindet er sich während der Geburt in höchster Anspannung, wodurch sich alles in die Länge ziehen und noch  schmerzhafter werden kann.

Immer wieder hört die Schwangere: “Denk doch positiv. Dann wird alles gut.“

Aber wie soll sie das tun, wenn vielleicht die Angst dominiert und sie überzeugt ist, dass die Geburt furchtbar oder gar riskant ist für sie und ihr Kind?

Als dreifache Mutter, Hebamme und Coach weiß ich, dass die Geburt eine körperliche Höchstleistung ist, die die Gebärende physisch und mental herausfordert. 

Im Geburtscoaching decken wir ihre Ängste auf. Sie findet heraus, was sie für ihre Geburt braucht und wie sie unterstützt werden will. Mit Hilfe von Hypnose übt sie, zu entspannen. Sie gewinnt Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, wird gelassen und betrachtet die Geburt als das, was es ist: ein freudiges Ereignis!

 

Wie werden Ängste konkret aufgelöst?

Ängste sind wie kleine Kinder, die um unsere Aufmerksamkeit buhlen. Ignorieren wir sie, führen sie ein Theater auf, bis sie unsere volle Aufmerksamkeit haben. Wende ich mich ihnen liebevoll zu, machen sie mich auf etwas aufmerksam, das ich noch nicht beachtet habe. Jede Angst verfolgt eine positive Absicht!

Mit der Methode „The Work“ nach Byron Katie ergründet die Schwangere im Geburtscoaching die positiven Absichten ihrer Ängste und wird handlungsfähig.

Die Angst vor der Geburt macht ihr vielleicht bewusst: Sie weiß zu wenig über den natürlichen Verlauf oder über einen möglichen Kaiserschnitt, hat aber viele Horrorgeschichten im Kopf. Die darunter liegende Sorge könnte die Angst sein, zu versagen und den Schmerz nicht auszuhalten. Dadurch fühlt sie sich vielleicht hilflos und ausgeliefert. Nimmt sie all das ernst, kann sie nun Informationen über die natürliche Geburt und den Kaiserschnitt sammeln und lernen, wie sie sich selbst am Sinnvollsten unterstützt und das Schmerzerleben positiv verändert. 

Damit hat die Angst vor der Geburt ihre Aufgabe erfüllt und löst sich auf.

 

„Aber es tut doch so schrecklich weh“ - Die Macht der Gedanken

Mit der Angst vor dem Schmerz wird die Aufmerksamkeit der Gebärenden immer bei den körperlichen Wahrnehmungen sein. Jeder Druck, Zug, jede Spannung wird intensivst geprüft und in Sekundenschnelle hochgerechnet, wie schlimm es in Zukunft noch werden könnte. Aus jahrelanger Erfahrung weiß ich, dass das der häufigste Grund ist, warum sich viele Frauen eine PDA geben lassen. Nicht der aktuelle Schmerz treibt sie zu der Entscheidung, sondern die Angst vor dem, was noch kommen mag. Schafft sie es nicht, diesen Teufelskreis der Angst zu unterbrechen, wird der Schmerz unerträglich.

Mithilfe einer individuell auf sie abgestimmten Hypnose lernt die Frau, zu entspannen, Schmerzen zu reduzieren oder gar auszuschalten. Diese Fähigkeit wird sie dann automatisch während der Geburt abrufen. So bleibt sie in ihrem Geburtsflow. Geburt ist dann immer noch anstrengend, aber bei entsprechender Vorbereitung gut zu meistern.

 

Anna, die aufgrund ihrer ersten Geburtserfahrung eine Riesenangst vor der Geburt ihres zweiten Kindes hatte, schrieb mir, als es losging: 

„Durch die Vorbereitung fühle ich mich bereit, die Geburt gut zu schaffen.“«

Einige Stunden nach der Geburt bekam ich die Nachricht: 

“Ich kann nicht fassen, wie schnell es ging. Es ist mir wirklich gelungen, in eine Art Trance zu kommen und ich brauchte nicht einmal die PDA - auch wenn die Vorstellung zwischenzeitlich verlockend war.“

 

Geburtscoaching auch für Männer!

Die eigene Frau während der Geburt leiden zu sehen, ist ebenfalls eine Extremsituation. Männer wollen nichts anderes, als ihre Partnerin bestmöglich zu unterstützen. Aber sie wissen nicht wie und fürchten, hilflos zusehen zu müssen, wie sie leidet. Sie wollen den Gebärprozess für ihre Partnerin durch ihr Dazutun erleichtern, beschleunigen oder gar zum besseren wenden.

Im Geburtscoaching ergründet der Partner z.B.: “Was kann ich tun, damit meine Frau sich wohlfwühlt, und in ihrem Geburtsflow bleibt?“ „Wie bleibe ich zuversichtlich und ruhig, auch wenn ich mir Sorgen mache?“ Er bereitet sich mental auf die Ausnahmesituation Geburt vor, entwickelt seine eigenen Strategien, um ruhig und zuversichtlich zu bleiben und seine Partnerin zu motivieren und zu unterstützen. Dadurch gelingt es ihm, während der Geburt eine Insel der Ruhe für seine Partnerin zu schaffen, in der sie in ihrem Geburtsflow bleibt. Beide erleben dann die Geburt als Team und meistern diese Herausforderung gemeinsam.

 

Alexandra Gendelmann,

Hebamme & Coach, Master Coach DVNLP

Coach für The Work of Byron Katie 

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www.alexandra-gendelmann.de